Erfolgreiches Marketing: McDonald’s & McCafé
Interessanter Artikel im Magazin der Süddeutschen Zeitung: Glänzende Geschäfte – warum der Umsatz von McDonald’s heute höher als jemals zuvor ist. Nach den Jahren der Krise ist McDonald’s neben Wal-Mart das einzige Top-Unternehmen der Vereinigten Staaten, das letztes Jahr im Wert gestiegen ist.
Die Auferstehung McDonald’s ist eine lehrreiche Marketing-Erfolgsgeschichte. Das Schnellrestaurant legte Mitte der 2000er-Jahre zuerst in den USA das muffige Plastik-Ambiente in seinen Restaurants ab und verordnete sich eine Lounge-Atmosphäre. Ledersessel und Holz dominieren heute die McDonald’s Filialen. Das Lebensmittelangebot wurde um gesunde weniger ungesunde Speisen erweitert. Fettreduzierte Chicken McNuggets, weniger Salz auf den Pommes frites und verschiedene Salatgerichte zeigen, McDonald’s ist mehr als nur Rindfleisch.
Eine der wichtigsten strategischen Entscheidung für den heimischen Markt dürfte auf den Deutschland-Chef Bane Knezevic zurückgehen. Dank der nun auch in Deutschland eingeführten McCafés, spricht McDonlad’s heute auch an den umsatzschwächeren Mittagen und Nachmittagen Kunden an. Auf Kosten der Marktanteile von Starbucks & Co strömen die Großstädter in die McDonald’s-Filialen, um günstig Kaffee und Kuchen zu bestellen. Auf dem Land ist das McCafé sowieso oft der einzige Ort, um einen ordentlichen Kaffee zu bekommen. Interessanterweise spricht McDonald’s mit diesem Konzept verstärkt ältere Kunden an, die bisher eher einen großen Bogen um die Restaurants mit dem gelben M machten.
Überhaupt scheint das Schnellrestaurant von der Krise zu profitieren. In Zeiten, in denen sich immer weniger den Besuch in einem herkömmlichen Restaurant leisten können oder wollen aber trotzdem nicht auf das Auswärts-Essen verzichten wollen, kommt McDonald’s als günstige Alternative ins Spiel. Durchschnittlich 6 Euro verzehrt jeder Gast in den Restaurants des Konzerns, das reicht anderswo nicht mal für das Trinkgeld.
Zudem eignet sich McDonald’s immer weniger als Zielscheibe für den Protest von Umweltschützern und Globalisierungsgegnern. Heute arbeitet der Systemgastronom verstärkt mit lokalen Zulieferern zusammen und nimmt auf lokale Gepflogenheiten Rücksicht. Es gibt koscheres Essen in Israel und Burger ohne Rindfleisch in Indien. Für die Rinderherden werden keine Regenwälder mehr abgeholzt. Auch Ernährungsexperten und Verbraucherschützer bescheinigen McDonlad’s heute eine gute Zusammenarbeit und die Möglichkeit, eine ausgewogene Ernährung in einem der zahlreichen Franchise-Restaurants zu sich zu nehmen zu können.
Allerdings muss McDonald’s aufpassen, nicht zu sehr das eigentliche Geschäftskonzept aus den Augen zu verlieren. Einst bezeichnete sich das Schnellrestaurant als das etwas andere Restaurant, bei dem man mit den Fingern essen konnte und auf Etikette keinen Wert gelegt wurde. Die Sortimentsausweitung darf nicht zulasten der Eigenständigkeit gehen. Milch und Obst finden die Verbraucher auch im Supermarkt um die Ecke. Gegen die Bio-Konkurrenz wird sich der Großkonzern aus Illinois mit gesundem Essen kaum durchsetzen können.
Trotz allem hat es McDonals’s aber geschafft, sich neu zu positionieren. Dank eines hochwertigeren Auftritts ist es heute keine Schande mehr, bei McDonals’s zu essen oder in einem der vielen McCafés einen Kaffee zu trinken oder einen Kuchen zu bestellen. Bane Knezevic hat neue Kundenkreise angesprochen und den Wettbewerbern Marktanteile abgenommen (Burger King), selbst solchen, die gar nicht mit der Konkurrenz von McDonald’s rechneten (Starbucks).
Weiterlesen: Portrait über Bane Knezevic auf FTD.de und ein Interview im Tagesspiegel über das Marketing-Konzept von Mc Donald’s Deutschland.


































































Ich denke ebenfalls, dass die Wirtschaftskrise wirklich zu Gunsten des goldenen M ausfallen könnte. Vor allem durch die Wieder-Einführung der 1 Euro Angebote ist McDonalds für den kleinen Hunger zwischendurch immer wieder ein willkommener Gast. Die McCafe Theke hat mich zwar bisher nicht gereizt, aber irgendwie versprüht sie ja dennoch einen sehr angenehmen Charme von Gelassenheit. Da es bisher in unserem Ort kein Starbucks gibt, wird das McCafe meiner Meinung nach auch sehr herzlich angenommen. Die Preise sind dabei stets vertretbar. Zumindest schafft man es bei McDonalds wenn man etwas auf sein Geld achtet dennoch satt zu werden ohne ein Vermögen auszugeben.
Hallo Frederik,
danke für deinen Beitrag.
McDonald’s profitiert wirklich von der Wirtschaftskrise. 1-Euro-Gerichte und günstige Cafés locken gerade in der Krise die Kunden in die Restaurants. Das Interessante an der Sache ist, das die Konkurrenz (Burger King u.ä.) nicht im selben Maß wachsen. Hier scheint Mc D einiges richtig gemacht zu haben.
Ich denke die Hauptgründe sind, das es fast überall Mc Donald’s-Restaurants gibt, was du ja auch geschrieben hast. Es mittlerweile nicht mehr peinlich zu Mc D zu gehen, was auch Dank der McCafés gelungen ist. So sprechen sie eine breitere Kundengruppe an und das von morgens bis abends/nachts.
Viele Grüße
Moritz