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Archive for Juli, 2009

Kreative McCafé Werbung

Gerade auf Inspire me, now! entdeckt. Passende McCafé Anzeige zu meinen früheren Posts über die Marketingkonzepte von McDonald’s und Burger King.

Mccafead in Kreative McCafé Werbung

23 Jul 2009

Das Social Media Engagement der 100 größten Unternehmen: Starbucks am erfolgreichsten

Auf ENGAGEMENTdb findet sich ein interessantes interaktives Diagramm, welches die Aktivitäten der wichtigsten Unternehmen im Social Media Bereich darstellt.

Sme in Das Social Media Engagement der 100 größten Unternehmen: Starbucks am erfolgreichsten

Das interaktive Tool erlaubt viele individuelle Einstellungen. So kann man die angezeigten Unternehmen nach Branchen sortieren lassen. Beim Klick auf einen entsprechenden Eintrag erfährt man Genaueres über das Social Media Engagement des Unternehmens.

„Gewinner“ dieser Liste ist überraschenderweise kein Web-Unternehmen, sondern Starbucks. Allerdings dicht gefolgt von Dell und eBay. Gemeinsam auf dem letzten Platz landen die Versicherungen AIG und Allianz.

Was macht Starbucks besser als andere Unternehmen?

Starbucks nutzt fast alle aktuellen Social Media Angebote, um Marketing und PR zu betreiben. Das Unternehmen aus Seattle betreibt unter dem Titel Ideas In Action einen eigenen Blog. Die Seite wirkt gut gemacht und ist stets aktuell. Fast täglich schreiben unterschiedliche Mitarbeiter neue Beiträge, die von den Besuchern auch rege und kritisch kommentiert werden.

Im Bereich Social Networking ist Starbucks bei den USA populären Diensten Facebook und LinkedIn präsent. Das Unternehmen nutzt intensiv die Möglichkeit, mit seinen Kunden in direkten Kontakt zu treten. So diskutieren beispielsweise die Nutzer auf Facebook über neue Produktideen. Auf LinkedIn finden angemeldete Besucher aktuelle Stellenausschreibungen.

Auf YouTube und Flickr gibt es Starbucks Channels. Hier finden sich Videos von Kunden, die über ihre Lieblings Kaffeesorten berichten oder bestimme Berufe innerhalb des Unternehmens werden vorgestellt, z.B. Barista. Auf Flickr können Mitglieder Bilder hochladen, die mehr oder weniger mit Starbucks zu tun haben.

Darüber hinaus bietet Starbucks seinen Kunden die Möglichkeit, in Foren Wünsche oder Anregungen zu äußern. Hier ist das Unternehmen nahe  an den Kundenwünschen und kann sich neue Ideen holen. Interessant ist das Feature IdeaList. Angemeldete Besucher können an Abstimmungen über neue Produktentwicklungen oder Verbesserungsvorschläge teilnehmen.

Das letzte Standbein der Social Media Aktivitäten ist Twitter. Hier verfolgen bereits über 250.000 followers die Tweets aus Seattle.

Fazit: Ich denke Starbucks ist ein gutes Beispiel, was heute alles möglich ist, um mit deinen Kunden in Kontakt zu treten. Social Media ermöglicht es, auf vielen Kanälen relativ einfach präsent zu sein und Marketing zu betreiben. Besonders die Möglichkeit Feedback zu erhalten, sollte nicht unterschätzt werden. Hier scheint Starbucks besonders aktiv zu sein, indem es über neue Produkte abstimmen lässt und auch kritische Kommentare zulässt.

Selbstverständlich muss der Einsatz von Social Media sorgfältig geplant werden und darf nicht halbherzig erfolgen. Hier muss von Fall zu Fall abgewogen werden, was sinnvoll und machbar ist. Auf vielen Plattformen regelmäßig aktiv zu sein, erfordert entsprechende Ressourcen. Nichts ist schlimmer als ein unglaubwürdiger Auftritt in den Social Networks.

Entdeckt via twitter.com/conceptionblog

21 Jul 2009

Burger Kings Marketingkonzept: Feuer, Fleisch und anstößige Werbung

Vor ein paar Wochen hatte ich ja schon über den Erfolg von McDonald’s geschrieben. Die Schnellrestaurantkette trifft mit McCafés und neuem Einrichtungskonzept bei den Kunden ins Schwarze. Die Konkurrenz hat das Nachsehen.

Bk in Burger Kings Marketingkonzept: Feuer, Fleisch und anstößige WerbungHeute habe ich via Schwerdt Blog erfahren, wie Burger King seine aktuelle Werbestrategie ausrichtet. Ziel ist es, mit anstößiger Werbung Gesprächsthema zu werden und über kostenlose PR verlorene Marktanteile zurückzuerobern. Zu diesem Zweck arbeitet Burger King seit fünf Jahren mit der Werbeagentur Crispin Porter & Bogusky zusammen.

In Spanien wirbt Burger King seit Neustem mit der hinduistischen Göttin Lakshmi, die einen Burger als heilig anpreist. Das, damit religiöse Gefühle der Hindus verletzt werden, wird bewusst in Kauf genommen.

Bkad1 in Burger Kings Marketingkonzept: Feuer, Fleisch und anstößige WerbungIm konservativen Singapur dagegen zeigt Burger King ein Frauengesicht in zweideutiger Pose für den neuen Super Seven Incher. Auch hier ist die Empörung über den Hamburger-Phallus Teil des Konzepts.

Im direkten Vergleich mit McDonald’s betreibt Burger King also ein völlig anderes Marketingkonzept. Während sich die Restaurantkette mit dem gelben M familienfreundlich gibt und mit Lounges Kaffee und Kuchen neue Zielgruppen erschließt, fährt Burger King die gegensätzliche Schiene: Feuer, Fleisch und zotige Werbung. Das muss nicht verkehrt sein. Allerdings essen nicht nur junge Männer Burger und Fritten, auch wenn Burger King alles auf diese Zielgruppe ausrichtet (Mancademy). Nicht jeder fühlt sich durch die Diner-Atmosphäre der Restaurants angesprochen.

Burger King verliert nicht nur Marktanteile gegenüber McDonald’s. Auch an der Börse kann das Unternehmen mit dem großen Konkurrenten gegenwärtig nicht mithalten.

 in Burger Kings Marketingkonzept: Feuer, Fleisch und anstößige Werbung

Fazit: Burger King hat es gegen McDonald’s nicht einfach. McDonald’s hat sich zielsicher als schickes, helles und freundliches Schnellrestaurant positioniert. Neben Burgern und Fritten bietet das Unternehmen mit den McCafés eine erfolgreiche Alternative zu Starbucks & Co und kann während der umsatzschwächeren Nachmittage zusätzliche Kunden in die Filialen locken. Von Menüs für Kinder bis Kaffee und Kuchen bietet McDonald’s für unterschiedliche Bedürfnisse entsprechende Angebote.

Daneben ist die Strategie von Burger King zu einseitig ausgerichtet. Außer Burger scheinen die Restaurants nicht viel mehr anzubieten. Das Einrichtungskonzept vermittelt dunkle Fernfahrer-Romantik. Auch bei der Zielgruppe hat man sich zu stark auf junge Männer festgelegt. Die Werbung zeigt klar in diese Richtung. Es muss nicht verkehrt sein, provozierende Werbung zu machen. Die Resonanz gibt dem Unternehmen sogar recht (siehe hier, hier und hier). Der Aktienkurs spricht allerdings eine andere Sprache. Bei einer Dienstleistung, die alle Teile der Bevölkerung ansprechen soll, ist die gewählte Strategie in meinen Augen falsch, da zu einseitig.

16 Jul 2009

BWL für Anfänger: Warum Schiesser wirklich pleite ging

Heute Abend in einer Münchner Gastwirtschaft. Gespräch zwischen zwei älteren Männern:

Wenn die Deutschen jeden Tag ihre Unterhosen wechseln würden, wäre Schiesser niemals pleite gegangen.

So einfach kann manchmal Betriebswirtschaft sein.

9 Jul 2009

Werbung international: Bierwerbung aus Nordkorea

Lange Zeit fragte man sich, für was im nordkoreanischen Staatsfernsehen geworben wird. Nordkorea, ein Land, in dem es keine freie Presse gibt, kaum Autos fahren, Handys und Internet verboten sind. Nach Berichten der UNO droht eine neue Hungersnot. Aber eine Diktatur, die mit 1,2 Millionen Soldaten eine der größten Armeen der Welt unterhält und unbedingt Atommacht werden will, ist immer für eine Überraschung gut.

Bier soll es richten

Nun lief also kürzlich die erste Bierwerbung im kommunistischen Staatsfernsehen. Das Bier nennt sich pathetisch Stolz von Pyongyang. Es soll gut für die Gesundheit sein und Streß reduzieren. Das man damit auch gut seinen Frust über das Regime ertränken kann, wird leider nicht erwähnt. Man sieht westlich gekleidete Männer und Frauen und am Ende sogar einen LKW, eine Seltenheit in Nordkorea. Da es kaum andere Werbung bzw. überhaupt ein interessantes Fernsehprogramm gibt, ist der Spot erstaunliche 2:30 lang. Ein Traum für westliche Werbefilmer.

Fazit: Werbung in Mangelwirtschaften hat immer etwas groteskes. Der Spot enthält allerlei Effekte und ist sehr bunt. Vor allem bei der Musik besteht aber noch erheblicher Verbesserungsbedarf. Das ganze erinnert irgendwie an die singenden Hamster von früher. Aber ein erster Schritt in die richtige (Werbe-)Richtung. Prost auf den geliebten Führer Kim Jong-il!

Gesehen bei Werbeblogger.

8 Jul 2009

Twitter-Marketing Extrem: Moonfruit

Gerade bei Freshzweinull gesehen: Moonfruit, ein Webbaukasten aus Großbritannien verlost im Rahmen des 10-jährigen Jubiläums zehn Macbook Pro. Teilnehmen kann jeder, der bis 10. Juli an einen Tweet den Hashtag #Moonfruit anhängt.

Moonfruit in Twitter-Marketing Extrem: MoonfruitDie ganze Werbeidee ist so erfolgreich, das es #Moonfruit zeitweise bis in die Top 10 Twitter Themen (Trending Topics) geschafft hat. Im Sekundentakt wird in Twitter eine Nachricht mit #Moonfruit veröffentlicht. Da der Hashtag einfach an einen Tweet gehängt werden muss um teilzunehmen, entstehen so oft sinnfreie Kontexte.

Die Kampagne ist ein Erfolg. Auch in anderen Blogs ist die Marketingidee ein Thema, z.B. hier, hier und hier. Allerdings sehen viele das Thema mit gemischten Gefühlen. Teilweise werden Werbefilter für Twitter ins Gespräch gebracht. Aber wer soll das bei Millionen Tweets am Tag kontrollieren?

Ist das der Beginn einer neuen Werbeflut in Twitter? Bei entsprechend sorgfältiger Auswahl der verfolgten Personen konnte man Werbung bisher recht einfach entgehen. Hashtag-Werbung lässt sich jetzt natürlich nicht mehr so leicht filtern. Mit steigenden Nutzerzahlen wird der Kommunikationskanal Twitter auch für das Marketing und Spammer immer interessanter.

Update: Twitter scheint jetzt gegen Moonfruit vorgegangen zu sein. Nachdem Moonfruit aus den Top-Themen herausgenommen wurde beendet das britische Unternehmen die umstrittene Marketing-Aktion. Twitter äußerte sich nicht zu dem Thema. Das Ende des Hashtag-Marketings?

4 Jul 2009

Der Bologna-Prozess: Reform oder Misere?

Heute bin via François Bry auf einen interessanten Artikel in der Süddeutschen Zeitung aufmerksam gemacht worden. Darin zieht Robert Stockhammer, Professor für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften an der LMU München, ein negatives Fazit über die Umsetzung des Bologna-Prozesses. „Die Bachelor-Misere“ ist eine Antwort auf den ArtikelSchämt euch!“ von Wolfgang Seibel, Politik- und Verwaltungswissenschaftler an der Universität Konstanz und an der Hertie School of Governance Berlin. Ich habe beide Positionen miteinander verglichen.

Bologna Prozess in Der Bologna-Prozess: Reform oder Misere?Das Ziel des Bologna-Prozesses ist bekanntlich, ein einheitliches europäisches Hochschulwesen bis zum Jahr 2010 zu schaffen. Die Bildungsminister von 29 europäischen Nationen beschlossen, ein zweistufiges Abschlusssystem einzuführen, die Bachelor- und Master-Abschlüsse. Durch die Vereinheitlichung der universitären Strukturen soll die Mobilität zwischen Hochschulen und verschiedenen Ländern gefördert werden.

Seibel beklagt in seinem Artikel, es gehöre mittlerweile unter Professoren zum guten Ton, gegen die Reform zu sein. Dies gelte vor allem für die Geisteswissenschaften. Zudem kritisiert Seibel Uni-Bedienstete, die sich solidarisch mit den streikenden Studenten des Bildungsstreiks zeigten. Das Hauptproblem liege laut Seibel, in der mangelhaften Bereitschaft sich mit den Inhalten des Bologna-Prozesses auseinanderzusetzen. Stattdessen höre man immer wieder die gleichen Kritikpunkte: Verschulung des Studiums, ausbleibende Internationalisierung, Einschränkung der Mobilität, fehlender Praxisbezug und unsachgemäße Verwendung von Studiengebühren (oder überhaupt deren Erhebung).

Stockhammer sieht diesen Punkt gar nicht so verschiedenen. Auch er ist der Meinung, das ständige Klagen bringe nichts. Statt dessen gebe es durchaus Vorteile in der neuen Modul-Struktur an den Universitäten. So könnten dank der Module zwei oder mehr Veranstaltungen besser miteinander verzahnt werden. Allerdings, so schränkt er ein, könne man nicht die Vorteile der Module auf alle Studiengänge übertragen. Einige seinen besser dafür geeignet, andere weniger. Leider bestehe für Flexibilität in der Umsetzung kein Spielraum.

Seibel sieht das anderes. Es schreibt, schon vor der Einführung der Modul hätten gute Hochschule ihren Studenten sinnvolle Strukturen geboten. Allerdings sieht er hier an vielen Universitäten Nachholbedarf. „Ein professioneller Studienbetrieb auf hohem wissenschaftlichen Niveau, in dem zunächst einmal die Lehrenden Mindeststandards von Organisation und Betreuung der Studierenden erfüllen müssen, ist fordernd.“ Dazu gehöre auch ein unterstützendes Angebot von Übungen und Tutorien, zugänglichen und gut ausgestatteten Bibliotheken und eine durchgehende Soziologie, BildungspoBewertung aller Lehrveranstaltungen durch die Studenten. Punkte, die dank Bologna-Prozess allmählich an den Universitäten eingeführt werden.

Stockhammer sieht das Hauptproblem in der Macht der Univerwaltungen. „Die Stabsstellen, Rechtsabteilungen und Prüfungsämter nutzen den Spielraum zur Spielraumverengung, und damit bleibt den Professoren kein Spielraum mehr.“ Jegliche Eigenständigkeit würde im Keim erstickt. Die Lehrbeauftragten bekämen rigide, von allen fachlichen Erwägungen erfolgreich befreite Schemata vorgesetzt, an denen es nichts zu rütteln gebe. So kommt es, das einzelne Hochschulen zweisemestrige Module anbieten, andere haben sich für viersemestrige entschieden. Auch bei den ECTS-(Leistungs-)Punkten herrscht Uneinigkeit. Jede Hochschule in Deutschland regelt die Umsetzung der Reform nach eigenen Vorstellungen. Ein einheitlicher Hochschulraum Europa sieht anders aus.

Diesen Punkt sieht Seibel ähnlich, gibt aber nicht dem Bologna-Prozess die Schuld an den Problemen. Niemand habe die Universitäten gezwungen, „die Module ihrer Studiengänge zu hermetisch abgeschlossenen Lehrkontingenten auszubetonieren. Eher haben sich Fachbereiche einen solchen Unsinn von Akkreditierungskommissionen einreden lassen.“ Hier seinen die Fachbereiche gefordert, zum Wohl der Studenten einheitliche Regelungen zu treffen. Es gebe durchaus positive Beispiele von Fakultäten, die ihren Studenten den Wechsel innerhalb Deutschlands oder ein Auslandssemester besonders leicht machen. Seibel kritisiert hier Universitäten, die ihren Studenten mutwillig Steine in den Weg legten und dafür auch noch Studiengebühren verlangten.

Ein weiteres Problem sieht Stockmeier in der zeitlichen Verdichtung des Studiums. Das für ein Studium notwendige Arbeitspensum entspreche jetzt einem 40-Stunden-Job mit nur sechs Wochen Jahresurlaub. Hausarbeiten, die in einigen Studiengängen eine wichtige Ausbildungsleistung darstellten, könnten kaum noch geschrieben werden, da für die Professoren keine mehr Zeit zum Lesen bleibt. Schließlich müssen die ECTS-Punkte fristgerecht dem elektronischen Punktekonto gut geschrieben werden. Zum Abschluss seines Artikels solidarisiert sich Stockmeier mit seinen streikenden Studenten. Es sieht für seinen Fachbereich kaum Vorteile aus der Umsetzung des Bologna-Prozesses.

Seibel zieht ein versöhnlicheres Fazit. „Die besseren Universitäten beweisen schon heute ihre Fähigkeit, sich im Wettbewerb des europäischen Hochschulraums mit attraktiven Bachelor- und Master-Studiengängen zu behaupten.“ Viel mehr sieht Seibel das Problem in einer drohenden zwei-Klassen-Hochschullandschaft aus Universitäten, die die Reform sinnvoll zum Wohl der Studenten umgesetzt hätten und mittelmäßigen Universitäten, die die gebotenen Chancen nicht ergriffen haben.

Fazit: Natürlich haben beide recht. Das Hauptproblem, unter dem Professoren und Studenten gleichermaßen leiden, ist die unterschiedliche Umsetzung der Reform. Selbst innerhalb gleicher Bundesländer herrschen teilweise unvereinbare Unterschiede. Die Hochschulen haben den von der Politik bereitgestellten Freiraum bei der Einführung des Bologna-Prozesses ausgenutzt, nicht immer ganz im Sinn der Reform. Mobilität ist so nicht immer möglich. Es gibt Studiengänge, die besser mit dem Modul-System harmonieren als andere. Daher auch die unterschiedliche Beurteilung der Reform zwischen Literaturwissenschaftler und Politik- und Verwaltungswissenschaftler. Hier wäre mehr Flexibilität gefragt.

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2 Jul 2009