Posts tagged ‘Facebook’
Carrotmob: Virales Marketing oder shoppen für den Klimaschutz?
Anlass für diesen Beitrag sind die Vorbereitungen für Münchens ersten Carrotmob, der am 17. Oktober 2009 von 12-15 Uhr stattfinden soll.
Was ist ein Carrotmob?
Carrotmobs sind eine Art Flashmob. Aber im Gegensatz zu dem scheinbar spontanen Menschenauflauf eines Flashmobs, bei dem in Innenstädten oder während CDU-Wahlkampfveranstaltungen kurzzeitig alle Teilnehmer die gleiche Handlung ausführen und danach wieder getrennte Wege gehen, hat ein Carrotmob ernstere Hintergründe. Auch bei einem Carrotmob verabreden sich die Teilnehmer hauptsächlich über das Internet. Ziel ist es, die Kaufkraft der Konsumenten als Instrument zu nutzen, um umweltfreundliche Vorhaben der Händler zu unterstützen. Nachhaltiges Konsumieren lautet die Devise. Der Name Carrotmob steht dabei sinnbildlich für einen Esel, der mit der Karotte gelockt und so zu einer bestimmten Handlung animiert wird. Die Unternehmen werden nach dem gleichen Prinzip dazu motiviert, klimafreundliche Maßnahmen umzusetzen. Soweit so gut.
Der Carrotmob in München
In München wird der Carrotmob von der Umweltorganisation Green City organisiert. Während der Vorbereitungen fragte Green City Ladenbesitzer, wie viel Prozent ihres Umsatzes, der während des Carrotmobs erzielt wird, sie in Umweltschutzmaßnahmen in ihrem Laden investieren würden. Solche Maßnahmen sollten z.B. umfassen: ineffiziente Beleuchtung ersetzen, stromfressende Elektrogeräte gegen sparsame umtauschen oder den Laden auf Ökostrom umstellen. ”Gewonnen” hat diese Verlosung jetzt ein Lebenmittelladen in der Münchner Lindwurmstraße, der bereit ist, 30 Prozent des während des Carrotmobs erzielten Umsatzes in klimafreundliche Maßnahmen zu investieren.
Marketing oder Umweltschutz?
Eins steht fest: der Ladenbesitzer kann sich über eine ganze Menge kostenloser Publicity und neue Kunden freuen. Green City feuert schon aus allen Social Media Kanälen und zeigt dabei, wie ein neues Projekt über die sozialen Medien erfolgreich bekannt gemacht werden kann. Neben einem Blog auf den Seiten der Mutterorganisation carrotmob.org beitreibt Green City einen Twitteraccount und eine Facebook-Seite mit aktuell 349 Fans. Selbstverständlich wird das Projekt auch auf den Green City-Seiten beworben. Schnell wurde das Thema auch von den Münchner Medien aufgegriffen und verbreitet: Münchenblogger und Süddeutsche Zeitung berichteten über den Carrotmob. Beim ersten Carrotmob in Deutschland, der im Juni 2009 in Berlin stattfand, kamen 400 Käufer. Dabei wurden 700 Euro für Umweltschutzmaßnahmen erzielt, die u.a. in Energiesparlampen und Ökostrom investiert wurden.
Fazit
Das Konzept des Carrotmobs hilft vor allem den Händlern, denn sie profitieren mehrfach. Einerseits können sie sich und ihrem Geschäft einen grünen Anstrich geben. Daneben tragen die Teilnehmer des Carrotmobs die Kosten der Umweltschutzmaßnahmen. Aber das Wertvollste ist mit Sicherheit die umfangreiche und kostenlose Berichterstattung in den Medien. Aus Umweltgesichtspunkten sind die getroffenen Maßnahmen eher unter der Kategorie Kleinvieh macht auch Mist einzuordnen. Aber trotzdem ist das Corrotmob-Projekt ein gutes Beispiel für erfolgreiches Social Media, das auch im Kleinen funktioniert: Lokale Konsumenten vernetzen sich über das Internet und unterstützen den Händler um die Ecke.
Das Social Media Engagement der 100 größten Unternehmen: Starbucks am erfolgreichsten
Auf ENGAGEMENTdb findet sich ein interessantes interaktives Diagramm, welches die Aktivitäten der wichtigsten Unternehmen im Social Media Bereich darstellt.

Das interaktive Tool erlaubt viele individuelle Einstellungen. So kann man die angezeigten Unternehmen nach Branchen sortieren lassen. Beim Klick auf einen entsprechenden Eintrag erfährt man Genaueres über das Social Media Engagement des Unternehmens.
“Gewinner” dieser Liste ist überraschenderweise kein Web-Unternehmen, sondern Starbucks. Allerdings dicht gefolgt von Dell und eBay. Gemeinsam auf dem letzten Platz landen die Versicherungen AIG und Allianz.
Was macht Starbucks besser als andere Unternehmen?
Starbucks nutzt fast alle aktuellen Social Media Angebote, um Marketing und PR zu betreiben. Das Unternehmen aus Seattle betreibt unter dem Titel Ideas In Action einen eigenen Blog. Die Seite wirkt gut gemacht und ist stets aktuell. Fast täglich schreiben unterschiedliche Mitarbeiter neue Beiträge, die von den Besuchern auch rege und kritisch kommentiert werden.
Im Bereich Social Networking ist Starbucks bei den USA populären Diensten Facebook und LinkedIn präsent. Das Unternehmen nutzt intensiv die Möglichkeit, mit seinen Kunden in direkten Kontakt zu treten. So diskutieren beispielsweise die Nutzer auf Facebook über neue Produktideen. Auf LinkedIn finden angemeldete Besucher aktuelle Stellenausschreibungen.
Auf YouTube und Flickr gibt es Starbucks Channels. Hier finden sich Videos von Kunden, die über ihre Lieblings Kaffeesorten berichten oder bestimme Berufe innerhalb des Unternehmens werden vorgestellt, z.B. Barista. Auf Flickr können Mitglieder Bilder hochladen, die mehr oder weniger mit Starbucks zu tun haben.
Darüber hinaus bietet Starbucks seinen Kunden die Möglichkeit, in Foren Wünsche oder Anregungen zu äußern. Hier ist das Unternehmen nahe an den Kundenwünschen und kann sich neue Ideen holen. Interessant ist das Feature IdeaList. Angemeldete Besucher können an Abstimmungen über neue Produktentwicklungen oder Verbesserungsvorschläge teilnehmen.
Das letzte Standbein der Social Media Aktivitäten ist Twitter. Hier verfolgen bereits über 250.000 followers die Tweets aus Seattle.
Fazit: Ich denke Starbucks ist ein gutes Beispiel, was heute alles möglich ist, um mit deinen Kunden in Kontakt zu treten. Social Media ermöglicht es, auf vielen Kanälen relativ einfach präsent zu sein und Marketing zu betreiben. Besonders die Möglichkeit Feedback zu erhalten, sollte nicht unterschätzt werden. Hier scheint Starbucks besonders aktiv zu sein, indem es über neue Produkte abstimmen lässt und auch kritische Kommentare zulässt.
Selbstverständlich muss der Einsatz von Social Media sorgfältig geplant werden und darf nicht halbherzig erfolgen. Hier muss von Fall zu Fall abgewogen werden, was sinnvoll und machbar ist. Auf vielen Plattformen regelmäßig aktiv zu sein, erfordert entsprechende Ressourcen. Nichts ist schlimmer als ein unglaubwürdiger Auftritt in den Social Networks.
Entdeckt via twitter.com/conceptionblog
- Weiterlesen: Starbucks setzt aufs “Un-Branding”






